SigenMate 2700 Ultra vs. Anker Solarbank 3 Pro im Speicher-Vergleich

SigenMate 2700 Ultra vs. Anker Solarbank 3 Pro: Wer gewinnt?

Der SigenMate 2700 Ultra trifft auf die Anker SOLIX Solarbank 3 E2700 Pro. Beide Balkonkraftwerk-Speicher bieten 2,688 kWh Kapazität, vier MPPT-Tracker, eine intelligente App-Steuerung und die Möglichkeit, Solarstrom oder günstigen Netzstrom zeitversetzt zu nutzen.

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Systeme kaum. Beim genaueren Hinsehen gewinnt der SigenMate jedoch überraschend viele technische Runden. Bedeutet das, dass er automatisch der bessere Balkonkraftwerk-Speicher ist?

Die Kurzantwort

Der SigenMate 2700 Ultra ist auf dem Datenblatt leistungsfähiger. Er bietet bis zu 4.000 W PV-Eingangsleistung, 1.400 W AC-Ladeleistung, zwei Backup-Ausgänge, IP66 und eine höhere maximale Kapazität innerhalb eines einzelnen Systems.

Die Anker Solarbank 3 Pro ist momentan das reifere Gesamtpaket. Sie ist länger am Markt, besitzt eine erprobte App und erreicht in veröffentlichten Messungen einen etwas besseren Wirkungsgrad sowie einen deutlich geringeren Bereitschaftsverbrauch.

  • Maximale technische Flexibilität: SigenMate 2700 Ultra
  • Bewährte und komfortable Komplettlösung: Anker Solarbank 3 Pro
  • Höhere PV- und Backup-Leistung: SigenMate
  • Bessere bisherige Effizienz- und Stand-by-Werte: Anker
  • Aktuell günstigerer Einstieg bei PluginEnergy: Anker

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SigenMate 2700 Ultra und Anker Solarbank 3 Pro im Vergleich

Merkmal SigenMate 2700 Ultra Anker Solarbank 3 Pro Vorteil
Kapazität Hauptgerät 2,688 kWh 2,688 kWh Gleichstand
Akkutechnologie LiFePO₄ LiFePO₄ Gleichstand
MPPT-Tracker 4 4 Gleichstand
Max. technischer PV-Eingang 4.000 W 3.600 W SigenMate
PV-Ladeleistung Hauptgerät bis 1.800 W bis 1.800 W Gleichstand
Netzgekoppelte Abgabe DE 800 W 800 W Gleichstand
Max. AC-Ladeleistung 1.400 W 1.200 W SigenMate
Backup bei Stromausfall offiziell 1.400 W, 1.800 W Spitze 1.200 W SigenMate auf dem Datenblatt
Backup-Steckdosen 2 1 SigenMate
Kapazität eines Systems bis 18,816 kWh bis 16,128 kWh SigenMate
Schutzart IP66 IP65 SigenMate
WLAN 2,4/5 GHz, Wi-Fi 6 2,4 GHz SigenMate
Betriebstemperatur −20 bis +55 °C −20 bis +55 °C Gleichstand
Herstellergarantie 10 Jahre 10 Jahre Gleichstand

Runde 1: Speicherkapazität – Gleichstand bei 2,688 kWh

Beide Hauptgeräte besitzen einen LiFePO₄-Akku mit einer Nennkapazität von 2.688 Wh. Für viele Haushalte reicht diese Größe aus, um tagsüber erzeugten Solarstrom bis in den Abend oder die Nacht zu verschieben.

Wichtiger als die reine Nennkapazität ist allerdings, wie viel Energie nach Lade-, Speicher- und Wechselrichterverlusten tatsächlich im Haushalt ankommt.

Ein unabhängiger Smartzone-Test des SigenMate ermittelte durchschnittlich 2.531 Wh nutzbare Energie. Beim Anker-System wurden im Speichervergleich von EnergieMagazin zwischen 100 und fünf Prozent Ladezustand 2,39 kWh ins Haus zurückgeführt.

Die Werte sind wegen unterschiedlicher Messgrenzen und Testverfahren nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. Sie zeigen aber, dass kein Speicher seine komplette Nennkapazität verlustfrei bereitstellt.

Runde 2: PV-Eingang und vier MPPT – Vorteil SigenMate

Vier unabhängige MPP-Tracker sind bei beiden Geräten ein großer Vorteil. Solarmodule mit unterschiedlichen Ausrichtungen oder zeitweiser Verschattung können separat geregelt werden.

Der SigenMate nimmt technisch bis zu 4.000 W PV-Leistung auf. Die Anker Solarbank 3 Pro unterstützt maximal 3.600 W. Bis zu acht Module lassen sich bei beiden Systemen anschließen, sofern Spannung, Stromstärke und Verschaltung zu den Herstellervorgaben passen.

Der Vorsprung des SigenMate beträgt somit 400 W. Die Batterie des einzelnen Hauptgeräts kann bei beiden Modellen zunächst maximal etwa 1.800 W aufnehmen. Zusätzliche Akkus erhöhen die mögliche Systemladeleistung. Die offiziellen Anker-Angaben bestätigen vier MPPT, 3.600 W PV-Eingang und bis zu acht Module auf der Herstellerseite der Solarbank 3 Pro.

Runde 3: AC-Laden und dynamische Stromtarife

Im deutschen Steckersolarbetrieb geben beide Systeme maximal 800 W in den Hausstromkreis ab. Beim Laden aus dem Stromnetz liegt der SigenMate mit bis zu 1.400 W vor der Anker Solarbank mit 1.200 W.

Beide Hersteller bieten einen KI- beziehungsweise Smart-Modus. Sigen AI berücksichtigt Verbrauchsprofile, Wetter- und PV-Prognosen sowie dynamische Strompreise. Anker Intelligence nutzt ebenfalls Wetter-, Verbrauchs- und Preisdaten für automatisierte Ladepläne.

Die höhere AC-Ladeleistung des SigenMate verkürzt das erforderliche Ladefenster. Die Anker-Lösung hat dafür den Vorteil, bereits länger im praktischen Einsatz zu sein.

Runde 4: Notstrom – SigenMate mit zwei Ausgängen

Der SigenMate besitzt zwei Backup-Steckdosen. Sigenergy nennt für ein Einzelgerät 1.400 W Nennleistung und kurzzeitig 1.800 W für bis zu zehn Sekunden.

Der Smartzone-Praxistest zeigt jedoch eine wichtige Einschränkung: Bei reiner Versorgung aus dem Akku wurden dort dauerhaft etwa 1.200 W erreicht. Die vollen 1.400 W standen in Verbindung mit ausreichender PV-Leistung zur Verfügung.

Die Anker Solarbank liefert bei einem Stromausfall bis zu 1.200 W über ihren Off-Grid-Ausgang. Verbraucher müssen bei beiden Systemen direkt mit den jeweiligen Backup-Ausgängen verbunden sein; die normale Hausinstallation wird bei einem Netzausfall nicht automatisch vollständig versorgt.

Runde 5: Erweiterbarkeit

Der SigenMate kann mit bis zu sechs BAT-2700-Erweiterungsakkus auf 18,816 kWh pro System ausgebaut werden. Bis zu drei Systeme lassen sich laut Hersteller kombinieren.

Die Anker Solarbank 3 Pro unterstützt fünf BP2700-Erweiterungsakkus und erreicht damit 16,128 kWh pro Speicherturm. Über das Anker Power Dock können mehrere Solarbank-Einheiten zu einer größeren Anlage verbunden werden. Dafür ist je nach Leistung und Anschlussart eine Elektrofachkraft erforderlich.

Innerhalb eines einzelnen Speicherstapels gewinnt der SigenMate. Bei größeren Multisystemen hat Anker inzwischen ebenfalls ein umfangreiches Ökosystem aufgebaut.

Runde 6: App, Smart Meter und Regelgeschwindigkeit

Für eine verbrauchsabhängige Einspeisung benötigen beide Systeme einen kompatiblen Smart Meter. Der SigenMate unterstützt neben dem eigenen Zähler unter anderem Shelly Pro 3EM, Everhome EcoTracker und HomeWizard P1. Die Anker Solarbank 3 Pro ist derzeit mit dem Anker Smart Meter sowie Shelly 3EM und Shelly Pro 3EM kompatibel.

Bei der Auswahl externer Zähler ist der SigenMate flexibler. Im Smartzone-Test reagierte seine dynamische Regelung innerhalb von etwa ein bis zwei Sekunden. Anker benötigt laut EnergieMagazin meist zwei bis drei Sekunden. Die Anker-App gilt gleichzeitig als verständlich und ausgereift, während beim jungen SigenMate noch Optimierungspotenzial bei einzelnen Software- und KI-Funktionen besteht.

Runde 7: Wirkungsgrad und Stand-by-Verbrauch – derzeit Vorteil Anker

Hier zeigt sich, weshalb der SigenMate trotz stärkerer Spezifikationen nicht automatisch in allen Disziplinen gewinnt.

Smartzone ermittelte beim SigenMate über einen vollständigen AC-Lade- und Entladezyklus rund 80 Prozent Gesamtwirkungsgrad. Gleichzeitig lag der gemessene Netzbezug im Bereitschaftsbetrieb bei rund 29 W. Ohne PV-Ertrag wären das rechnerisch etwa 0,7 kWh pro Tag.

Beim Anker-System ermittelte EnergieMagazin 82,1 Prozent AC-Gesamtwirkungsgrad und einen Stand-by-Verbrauch von rund 9,5 W. Auch dieser Wert ist nicht niedrig, liegt aber erheblich unter dem veröffentlichten SigenMate-Messwert.

Wichtig: Beide Geräte wurden nicht im selben Labor mit einem identischen Messablauf geprüft. Die Werte sind deshalb eine belastbare Orientierung, aber kein abschließender wissenschaftlicher Direktvergleich.

Runde 8: Gehäuse und Outdoor-Betrieb

Beide Speicher sind für Temperaturen zwischen −20 und +55 °C ausgelegt. Anker verwendet ein nach IP65 geschütztes Gehäuse, der SigenMate erreicht IP66. IP66 bietet einen höheren Schutz gegen starkes Strahlwasser.

Trotzdem müssen bei beiden Geräten die Anforderungen der Installationsanleitung eingehalten werden. Ein geschützter, gut belüfteter Standort ist einem dauerhaft ungeschützten Aufstellort vorzuziehen. Der Smartzone-Test lobt die Verarbeitung des SigenMate, dokumentiert bei hoher Dauerleistung aber auch eine deutliche Wärmeentwicklung.

Was sagen bereits veröffentlichte Vergleiche und Tests?

Allround-PC ordnet den Sigenergy-Speicher ausdrücklich auf Augenhöhe mit der Solarbank 3 Pro ein. Der Beitrag „Stark wie eine Solix Solarbank 3 Pro“ bestätigt die große technische Ähnlichkeit, ist jedoch kein direkter Labortest.

Der F.A.Z. Kaufkompass beschreibt den SigenMate als besonders leistungsfähiges System, das Technik aus Sigenergys professioneller SigenStor-Plattform in ein steckerfertiges Produkt überträgt. Gleichzeitig richtet sich sein großer Funktionsumfang eher an technisch interessierte Nutzer.

Für Anker existiert eine breitere Langzeit- und Testbasis. Der SigenMate ist somit der jüngere Herausforderer mit stärkeren Eckdaten, Anker der bereits erprobte Titelverteidiger.

Für wen ist welcher Speicher besser?

Der SigenMate 2700 Ultra passt besser, wenn du …

  • möglichst viel PV-Leistung anschließen möchtest,
  • Wert auf zwei Backup-Ausgänge legst,
  • eine höhere AC-Ladeleistung benötigst,
  • unterschiedliche Smart-Meter-Lösungen verwenden möchtest,
  • 5-GHz-WLAN oder Wi-Fi 6 bevorzugst,
  • besonders weit innerhalb eines Systems ausbauen möchtest,
  • umfangreiche Energie- und Systemdaten analysieren willst.

Die Anker Solarbank 3 Pro passt besser, wenn du …

  • eine etablierte Plug-and-Play-Lösung suchst,
  • eine verständliche und erprobte App priorisierst,
  • bereits Anker-Akkus oder Zubehör besitzt,
  • möglichst wenig konfigurieren möchtest,
  • Wert auf eine breite Basis unabhängiger Praxistests legst,
  • Stand-by-Verbrauch und Effizienz besonders hoch gewichtest.

Rechtlicher Hinweis zu 4.000 W PV-Eingangsleistung

Die technische PV-Eingangsleistung darf nicht mit den vereinfachten deutschen Regeln für Steckersolargeräte verwechselt werden. Nach den aktuellen Informationen der Bundesnetzagentur zu Balkonkraftwerken gelten derzeit maximal 2.000 W installierte Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung.

Der SigenMate kann technisch 4.000 W und die Anker Solarbank 3.600 W aufnehmen. Ob eine konkrete Konfiguration noch als vereinfachtes Steckersolargerät betrieben werden darf, hängt jedoch von der gesamten Anlage und Anschlussart ab.

Fazit: Ist der SigenMate immer einen Tick besser?

Nein – aber bei den technischen Kerndaten erstaunlich oft.

Der SigenMate gewinnt bei PV-Eingang, AC-Ladeleistung, Backup-Anschlüssen, Gehäuseschutz, WLAN und der maximalen Kapazität eines einzelnen Systems. Er ist damit der spannendere Speicher für Nutzer, die Leistung, Flexibilität und spätere Erweiterungen priorisieren.

Die Anker Solarbank 3 Pro kontert mit einer ausgereiften App, längerer Markterfahrung, einem etablierten Zubehörsystem, einem aktuell niedrigeren Einstiegspreis und den bisher besseren veröffentlichten Werten bei Wirkungsgrad und Stand-by-Verbrauch.

Der SigenMate 2700 Ultra gewinnt den Datenblattvergleich. Die Anker Solarbank 3 Pro bleibt vorerst die sicherere Komfortempfehlung.

Wenn Sigenergy den Bereitschaftsverbrauch und die noch jungen Softwarefunktionen per Firmware optimiert, könnte der SigenMate vom Herausforderer zum neuen Maßstab in dieser Speicherklasse werden.

Mehr Orientierung bietet unser Speicher-Ratgeber. Alle verfügbaren Modelle findest du außerdem in der Übersicht der Balkonkraftwerk- und PV-Speichersysteme.

Häufige Fragen zum SigenMate- und Anker-Vergleich

Ist der SigenMate 2700 Ultra besser als die Anker Solarbank 3 Pro?

Bei PV-Eingangsleistung, AC-Laden, Backup-Anschlüssen, IP-Schutz und Erweiterung innerhalb eines Systems besitzt der SigenMate Vorteile. Anker ist derzeit stärker bei Software-Reife, Markterfahrung, Einstiegspreis und den veröffentlichten Stand-by-Werten.

Welcher Speicher hat mehr Kapazität?

Beide Hauptgeräte besitzen 2,688 kWh. Der SigenMate lässt sich innerhalb eines Systems auf 18,816 kWh erweitern, die Anker Solarbank 3 Pro auf 16,128 kWh.

Welcher Speicher kann mehr Solarmodule aufnehmen?

Beide Hersteller nennen bis zu acht Module. Der SigenMate unterstützt maximal 4.000 W PV-Eingangsleistung, Anker maximal 3.600 W. Die zulässigen Spannungs- und Stromwerte müssen bei der Modulwahl eingehalten werden.

Welcher Speicher bietet die bessere Notstromversorgung?

Der SigenMate besitzt zwei Backup-Ausgänge und bietet offiziell bis zu 1.400 W Dauer- sowie 1.800 W Spitzenleistung. Anker stellt bei Stromausfall bis zu 1.200 W über einen Off-Grid-Ausgang bereit.

Benötigen die Speicher einen Smart Meter?

Für den einfachen Betrieb nicht zwingend. Für eine automatische Anpassung an den Hausverbrauch, eine Nulleinspeisung und eine genaue Verbrauchsmessung ist bei beiden Systemen ein kompatibler Smart Meter erforderlich.

Welcher Speicher eignet sich besser für dynamische Stromtarife?

Beide Systeme können aus dem Netz geladen werden und Strompreise in die Steuerung einbeziehen. Der SigenMate lädt über AC mit bis zu 1.400 W, Anker mit bis zu 1.200 W. Ankers Tarif- und App-Funktionen sind bereits länger praktisch erprobt.

Welcher Speicher ist effizienter?

Die bisher veröffentlichten Einzeltests sehen Anker leicht vorn. EnergieMagazin maß 82,1 Prozent AC-Gesamtwirkungsgrad, Smartzone beim SigenMate rund 80 Prozent. Da die Messungen nicht unter identischen Bedingungen erfolgten, sind sie nur als Orientierung zu verstehen.

Kann man beide Speicher ohne Solarmodule nutzen?

Ja. Beide Geräte können über das Stromnetz geladen und beispielsweise in Verbindung mit zeitabhängigen oder dynamischen Stromtarifen genutzt werden.

Redaktioneller Stand: 21. August 2026. Technische Daten, Kompatibilitäten, Preise und Softwarefunktionen können sich durch Hersteller- und Firmware-Updates verändern.

Von Aleksej Heidt

Von Aleksej Heidt

Aleksej Heidt ist Ingenieur, Batterieentwickler für Hochvoltsysteme und Geschäftsführer der PluginEnergy GmbH. Als Experte für Balkonkraftwerke, Photovoltaik, Batteriespeicher und moderne Energiesysteme verbindet er technisches Fachwissen mit Praxiserfahrung seit 2012.

In seinen Fachbeiträgen erklärt er aktuelle Entwicklungen rund um Balkonsolar, Speichertechnologien, Energiemanagement und die private Energiewende verständlich, fundiert und praxisnah. Sein Ziel ist es, Verbraucher bei der Auswahl sicherer, effizienter und zukunftsfähiger Energielösungen zu unterstützen.